Kindheitssoziologie
Blog der Sektion “Soziologie der Kindheit” der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

10. April 2008

Socipedia.ISA

von Lars Alberth

Es wird ein Experten-Wiki zur Soziologie geben. Die ISA sucht dafür noch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sich daran beteiligen wollen. Beigefügt der Brief des ISA President:

Dear Colleagues,

I am pleased to let you know that ISA Executive Committee has approved a
launching of Sociopedia.ISA an online database with entries that are
‘state-of-the-art’ reviews areas in the social sciences. This new and
important project of our Association needs RC-WG-TG support and
collaboration.

Entries will be included upon an editorial decision based on peer
reviews. A typical Sociopedia-article is of approx. 7.000 words and it
will include: 1. a description of what the article is about; 2.
theoretical approaches; 3. review of empirical evidence accumulated, so
far; 4. assessment of where we stand and where we are heading; 5.
future direction theorizing and research should/might take; 6. annotated
references and suggested reading; 7. references; 8. approx. ten
key-words. Please see the attached document for more details.

Sociopedia.ISA is a new concept of knowledge dissemination. It combines
the best of two worlds: the opportunities the Internet offers and the
scientific quality guaranteed by solid and imaginative editing. While
experienced editors make sure that the highest possible quality is
offered, the Internet makes it possible to always provide the most
recent state of the art.
Sociopedia.ISA reflects and offers ‘a living social science.’

Sociopedia.ISA is a joint venture of the International Sociological
Association and Sage Publications.

I would like to invite you to propose names of scholars to serve on the
Editorial Board whose task is to solicit papers and decide on their
acceptation.

Please submit your proposal before April 30, 2008 to isa@isa-sociology.org

Best regards,
Michel Wieviorka
ISA President

26. Februar 2008

3 Stellen (50%) an PH Weingarten und Karlsruhe

von Lars Alberth

Im Rahmen des BMBF - Projekts:

Förderung von Ausbildungsfähigkeit und Berufsfindungsprozessen in Ganztags­schulen

sind an den Pädagogischen Hochschulen Weingarten und Karlsruhe ab dem 01.05.2008 drei halbe Akademische Mitarbeiter/innen Stellen (50%), befristet auf zwei Jahre, zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach Gruppe E 13.

Zu den Aufgaben gehören Planung, Durchführung und Auswertung einer qualitativen Eingangserhebung und eines quantitativen Längsschnitts (3 Wellen). Die Erhebungen finden in Schule, Familie und Betrieb zum Übergang Schule/Beruf vergleichend mit Schüler/innen an Ganztags- und Halbtagsschulen in Baden-Württemberg statt. Ziel der Studie ist die Erforschung von Berufsfindungsprozessen bezüglich der Entwicklung berufsorientierender Selbstkonzepte von Schüler/innen.

Stellenvoraussetzungen sind ein abgeschlossenes Studium der Erziehungs- oder Sozialwissenschaften (mit Promotionsberechtigung), sehr gute Kenntnisse der qualitativen und quantitativen Methoden und der empirischen Bildungsforschung.

Erwartet werden Kenntnisse bezüglich

1) berufsbildender Sozialisationsprozesse in Familie und Schule

2) Kooperationen der Schulen mit Betrieben z.B. bei Berufspraktika und

3) didaktischer Prozesse im Unterricht der ökonomisch orientierten Fächerverbünde (z.B. Arbeit, Technik, Wirtschaft) an Ganztagsschulen.

- Forschungsbezogene Lehre ist im Umfang von 1 SWS zu erbringen.

- Der Stelleninhaberin / dem Stelleninhaber wird die Möglichkeit zur Promotion gegeben.

Bitte richten Sie Ihre Bewebung je nach Schwerpunkt bis zum 19.03.2008 an:

1) Schwerpunkt: Schule und Familie

Pädagogische Hochschule Weingarten

Bewerbungsanschrift:

Prof. Dr. Elisabeth Schlemmer

Pädagogische Hochschule Weingarten

z.Hd. Sekretariat Frau W. Schaefer

Kirchplatz 2

88250 Weingarten

2) Schwerpunkt: Schule und Betrieb

Bewerbungsanschrift:

Prof. Dr. Joachim Rottmann

Pädagogische Hochschule Weingarten

z.Hd. Sekretariat Frau W. Schaefer

Kirchplatz 2

88250 Weingarten

3) Schwerpunkt: Unterricht und Didaktik

Bewerbungsanschrift

Prof. Dr. Eberhard Jung

Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Rektorat

Bismarckstraße 10

76133 Karlsruhe

Stelle einer/eines Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters an der Universität Frankfurt

von Lars Alberth

Am Fachbereich Erziehungswissenschaften ist im Institut für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines

Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters (BAT IIa)

befristet für zunächst 3 Jahre zu besetzen. Für die Befristung des Vertrages sind die Regelungen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes in Verbindung mit dem Hessischen Hochschulgesetz maßgeblich.

Aufgaben: Erwartet wird die Mitarbeit im Lehr- und Forschungsschwerpunkt schulische und außer­schulische Bildungsprozesse bei Kindern. Erwünscht ist Interesse an den Institutsschwerpunkten: Interaktionsforschung in der Grundschule, insbesondere Umgang mit Differenz (z.B. Geschlecht, Alter/Entwicklung); Ethnographie von Kindheit und Schule; Veränderungen von Professionen und Institutionen im Elementar- und Primarbereich. Zu den Aufgaben gehören außerdem Prüfungsbeisitz, Studienberatung und Mitarbeit in der Selbstverwaltung. Gelegenheit zu selbstbestimmter Forschung wird gegeben.

Voraussetzungen: Abgeschlossenes Studium eines (Grundschul-)Lehramtes oder Diplom in Erziehungs­wissenschaft/Pädagogik, Promotion in Erziehungswissenschaft. Erfahrungen mit qualitativen Methoden der Sozialforschung.

Bewerbungen sind unter Beifügung von Zeugnissen, Lebenslauf, Publikationsliste, Angaben zu Lehrerfahrungen und Forschungsprojekten bis 11.03.2008 an: Prof. Dr. Helga Kelle, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe, Robert-Mayer-Str. 5, 60054 Frankfurt, zu richten.

19. Februar 2008

CFPs Soziologentag 2008 in Jena

von Lars Alberth

I. 

Call for Papers für die Nachmittagsveranstaltung der Sektionen „Soziologie der Kindheit“ und „Familiensoziologie“: Familienleben zwischen Norm und Vielfalt: Der Umgang von Eltern und Kindern mit innerfamilialen und gesellschaftlichen Herausforderungen

auf dem 34. Soziologiekongress der DGS „Unsichere Zeiten“. 4. - 10. Oktober 2008, Jena

In der Diskussion um Transformationsprozesse der Ökonomie und des Arbeitsmarktes steht die Altersgruppe, die im Berufsleben aktiv ist, im Fokus. Für Kinder, die quasi im Vorraum der Arbeitsgesellschaft gedacht werden, steht dagegen die Analyse in Begriffen gesellschaftlicher Transformation weitgehend aus; diese Analyse kann nur durch die gleichzeitige Thematisierung der Familie geleistet werden. In Politik und Öffentlichkeit sind das Wohlbefinden, die Lebenschancen und -bedingungen von Kindern und Familien zum Thema geworden. Die demografische Entwicklung, die Vielfalt und geringere Beständigkeit familialer Lebensformen spielen hier ebenso eine wesentliche Rolle wie die veränderten Anforderungen des Bildungssystems und Arbeitsmarktes sowohl an Eltern als an die nachwachsende Generation. Auch die Sozialpolitik setzt für Kindheit und Familien neue Akzente, ein Übergang zu einem Prinzip der Sozialinvestition ist zu konstatieren. Dabei geht es um frühe Förderung der Kinder, aber auch um das Abwenden
von Folgekosten für die Gesellschaft und um eine konsequente Ausgestaltung von Kindheit als Phase der Vorbereitung auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes. Für die Familien kann diese Neuorientierung u.U. eine Entlastung bedeuten, wenn etwa Institutionen der Früherziehung ausgebaut werden (sollen), es werden damit aber auch neue Anforderungen an sie gerichtet. Obwohl als Maximierung der Chancen gedacht, zieht diese Politik dennoch neue Exklusionsprozesse nach sich.

Familien verstehen sich und fungieren in vielen Bereichen als vermittelnde Instanz zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und persönlicher Entwicklung. Wie verändern gesellschaftliche Transformationen die Entstehung und Entwicklung von Familien und wie gehen Familien mit den gesellschaftlichen Anforderungen um? Familien eröffnen als Generationsverbund die Chance, durch Unterstützungsleistungen materieller und emotionaler Art Sicherheiten bereit zu stellen. Familien können aber auch mit dem Anspruch überfordert werden, die genannten Probleme aufzufangen, auch weil die Lösungen erfunden, und stets neu verhandelt werden müssen und immer weniger als bereitstehende Modelle übernommen
werden können. Inwieweit Eineltern-Familien oder multilokale Mehrgenerationenfamilien Möglichkeiten bieten, diese Problematik zu entschärfen, ist noch offen. Oder sind es Rückbezüge auf tradierte Familienstrukturen, die diese Funktion weiterhin übernehmen? Wie wirken sich die jeweils wahrgenommen gesellschaftlichen Anforderungen und Chancen auf Erziehung aus? Kann z.B. die Renaissance konservativer Erziehungsideale als Folge von Abstiegsängsten der Mittelschicht gesehen werden? Verwischen sich dagegen die Generationenunterschiede (Erwachsene-Kinder), wo mangels wahrgenommener Chancen keine Vorbereitung mehr auf gesellschaftliche Teilhabe erfolgt?

Themenbereiche:
• Transformation der Arbeitsgesellschaft und ihre Auswirkungen auf Eltern und Familien: Neue und alte Außenseitergruppen sowie Wege ins Abseits
• Work- life Balance von Müttern und Vätern
• Egalitäre Orientierung der Eltern und ihre Bedeutung für Kinder
• Familiale Lebensumstände und ihre unmittelbare und längerfristige Bedeutung für Kinder und das Eltern-Kind-Verhältnis. Gibt es geschlechtsspezifisch unterschiedliche Bewältigungsstrategien und Konsequenzen?
• Einfluss von Kindern auf die Elternbeziehung, die Gestaltung des Familienalltags und die Entwicklung
der Familie; Art der Aushandlungsprozesse
• Multilokale Familien: (zeitweiliges) Leben in unterschiedlichen Haushalten
• Kinder im Kontext intrafamilial verbundener Generationen: Bohnenstangenfamilie und „shared lives“
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Schicken Sie Ihr Vortragsangebot bitte bis zum 14. März 2008 per Email an:

Bitte führen Sie in auf ca. 1 Seite die Fragestellung, deren methodische Bearbeitung (bei empirischen Studien auch Stichprobe und statistische Auswertungsverfahren) sowie erste Ergebnisse aus.

CfP Familienleben als PDF zum Download

II. 

Call for Papers für die Nachmittagsveranstaltung der Sektion „Soziologie der Kindheit“: Ungleiche Kindheiten

auf dem 34. Soziologiekongress der DGS „Unsichere Zeiten“, 4.-10. Oktober 2008, Jena

In den letzten Jahren sind die Anteile der Kinder, die in Einkommensarmut aufwachsen, rasch gestiegen und dies nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Kinderarmutsstudien haben allerdings gezeigt, dass ökonomische Unterversorgung allein noch kein Indikator für das mangelnde „well-being“ von Kindern oder aber starke Deprivation ist: Die Lebenslagen von Kindern unter prekären familialen Einkommensbedingungen unterscheiden sich erheblich. Darüber hinaus haben diese Studien aber auch gezeigt, dass Kinder, die unter vergleichsweise besseren ökonomischen Bedingungen aufwachsen, ebenfalls hinsichtlich verschiedener Dimensionen von Lebensqualität und -chancen benachteiligt sein können. Soziale Ungleichheiten und Grenzen kultureller Teilhabe werden also in Prozessen festgelegt, die nicht nur durch das Einkommen gesteuert werden.

Gleichzeitig sind in den letzten Jahren die ideellen und materiellen Investitionen in Kinder gestiegen. Die Ausdehnung der frühkindlichen Bildung und Förderung und wachsendes reales oder politisch gefordertes Engagement von Eltern für die umfassende kindliche Förderung (z.B. Stichwort „intensive mothering“) sind ebenso zu nennen wie ein expandierender Markt an unterstützenden Angeboten. Die Kinderarmutsraten sind allerdings von solchen Investitionen bisher unberührt geblieben. Deutlich zeigt sich, dass die Inanspruchnahme solcher privaten und staatlichen Angebote und Institutionen nach
sozialer Schicht erheblich differiert. Solche Unterschiede haben zu der Formulierung „’making up‘ the middle-class child“ als Bezeichnung für entsprechende Bemühungen geführt, die damit als Ambitionen der Eltern zur Statusplatzierung des Nachwuchses interpretiert werden.

Es stellt sich nun die Frage, ob Kindheiten derzeit ungleicher werden und dies nicht allein nach ökonomischer Situation oder sozialer Schicht, sondern auch nach Familienformen, nach Regionen (Stadtkerne, Speckgürtel im Umland der Städte) und nach elterlichen Vorstellungen über das Aufwachsen der Kinder (als quasi-natürliches Heranwachsen oder als intensive und gezielte Förderung). Darüber hinaus stellt sich die Frage ob wohlfahrtsstaatlicher Regulierungen solche Ungleichheiten verstärken. Werden möglicherweise gerade durch Interventionen, die sich an spezifische Gruppen richten die bspw. als bildungsfern eingestuft werden, neue Ungleichheiten und Stigmatisierung geschaffen, anstatt die angestrebte Chancengleichheit zu erzielen? War es zumeist der Anspruch einer Sozialpolitik für Kinder, Kindheit stärker zu standardisieren, so scheint jetzt die gezielte Investition in benachteiligte Gruppen deren Außenseiterposition eher zu verstärken.

Solchen „neuen“ Disparitäten soll die geplante Veranstaltung nachgehen: auf der einen Seite dem Entstehen von extremen Gruppen Benachteiligter oder Geförderter sowie den Möglichkeiten und Grenzen der empirischen Erfassung solcher Ungleichheiten; auf der anderen Seite dem Ausmaß und der Art sozialpolitischer Reaktionen auf dieses Geschehen wie auch der Rückwirkung auf die gesellschaftliche Vorstellung „normaler Kindheit“ und generationaler Ordnung.

Weil es sich um ein Phänomen handeln dürfte, das forciert in Transformationsgesellschaften auftritt, werden auch Vorträge angestrebt aus Ländern Osteuropas, welche die Probleme der jeweiligen Länder vergleichend resp. aus osteuropäischer Sicht darstellen (englische Sprache möglich!).

Themenbereiche:
· Entstehen neuer Außenseitergruppen
· Indikatoren für die Erfassung neuer sozialer Ungleichheiten, Deprivation und „well-being“ im Kindesalter
· Relevanz der Bereitschaft, in Kinder zu investieren, und Arten der Investition
· Differierende Konzepte der Elternschaft und deren Konsequenzen für das Kindsein
· Die „intensive Förderung“ von Kindern – Modalitäten, Institutionen, Profit und Zumutungen
· Veränderungen resp. Stabilität von generationaler und gender-Ordnung in verschiedenen Gruppen
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Schicken Sie Ihr Vortragsangebot (Abstract von maximal einer Seite) bis zum 1. April an
Doris Bühler-Niederberger buehler@uni-wuppertal.de
Johanna Mierendorff johanna.mierendorff@paedagogik.uni-halle.de

CfP Ungleiche Kindheiten als PDF zum Download

4. Dezember 2007

Policy Brief des Europ. Zentrums

von Lars Alberth

In diesem Policy Brief wird über zentrale Ergebnisse zweier Studien des Europäischen Zentrums (Wien) berichtet, die den Fragen nachgingen, ob Eltern heutzutage genügend Zeit für ihre Kinder im Pflichtschulalter haben, u.a. um sie bei schulischen Tätigkeiten zu unterstützen, und welchen Einfluss familiale Faktoren auf den Schulerfolg haben. Für die Analysen wurden nationale und internationale Daten herangezogen sowie eine österreichweite Befragung von Eltern und ihren Kindern (zwischen 9 und 14 Jahren) durchgeführt. Abgerundet wird der Policy Brief mit Schlussfolgerungen und Empfehlungen, die sich aus den empirischen Ergebnissen ableiten lassen.

http://www.euro.centre.org/detail.php?xml_id=1088

20. November 2007

Hertie-Doktorandenstipendium an der Goethe-Universität Frankfurt

von Lars Alberth

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und das Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Unterrichtsforschung (ZLF) der Goethe-Universität Frankfurt am Main schreiben folgendes Promotionsstipendium aus:

Die Bedeutung von Sprachstandserhebungen für Sprachfördermaßnahmen bei Kindern mit nichtdeutscher und deutscher Muttersprache
Betreuung an der Goethe-Universität:
Prof. Dr. P. Schulz, Institut für Deutsche Sprache und Literatur I und Institut für kognitive Linguistik;
Prof. Dr. H. Kelle. Institut für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe

Bewerbungsvoraussetzungen für das Stipendium sind:

Erwünscht sind zudem Kenntnisse in Spracherwerbsforschung und diagnostischen Verfahren.

Mit dem Stipendium ist die Übernahme einer Tutorentätigkeit von mind. 6 Wochenstunden im Rahmen des Lehramtsstipendienprogramms der Hertie-Stiftung verbunden. Von der Stipendiatin/dem Stipendiaten wird ebenfalls eine aktive Mitarbeit am Graduiertenprogramm des ZLF erwartet.

 

Bewerbungen sind grundsätzlich auch bei noch fehlenden Voraussetzungen für die Berechtigung zur Promotion (etwa bei Abschluss Lehramt für die Primarstufe) erwünscht. Fehlende Voraussetzungen können im Rahmen der Promotionsförderung erworben werden.

 

Das Stipendium ist zunächst befristet auf zwei Jahre. Eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ist möglich. Die Stipendienhöhe beträgt 1.200 Euro monatlich, hinzu kommen weitere Sachmittel. Beginn der Förderung ist der 1.2.2008 oder 1.3.2008. Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Bewerberinnen/Bewerber senden ihre Unterlagen (tabellarischer Lebenslauf mit den üblichen Dokumenten, ein max. 5-seitiges Expose zum wissenschaftlichen Vorhaben und ein Motivationsschreiben) bis zum 15.12.2007 postalisch an

 

Johann Wolfgang Goethe-Universität

Fachbereich 10 Neuere Philologien

Institut für Deutsche Sprache und Literatur I

Prof. Dr. Petra Schulz

– Stichwort: Promotionsstipendium –

Hauspostfach 177

60629 Frankfurt

 

Bei Fragen zum Promotionsthema wenden Sie sich an die Betreuerinnen: P.Schulz@em.uni-frankfurt.de oder h.kelle@em.uni-frankfurt.de.

 

Bei Fragen zur Tutorenstelle des Lehramtsstipendienprogramms wenden Sie sich bitte an Katharina Lezius, Referentin im Stipendiatenwerk der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung (LeziusK@ghst.de).

7. November 2007

CFP: Joint Session of RC11 ‘Sociology of Ageing’ and RC53 ‘Sociology of Childhood Studies’

von Lars Alberth

First ISA Forum of Sociology
“Sociological Research and Public Debate”
Barcelona, Spain
September 5 - 8, 2008

New forms of interaction between children and older adults in ageing societies

For a long time, the ‘Sociology of Ageing’ and the ‘Sociology of Childhood Studies’ appeared to be coming from contrasting, if not conflicting ends: public debate and policy discourse towards demographic change suggested growing intergenerational conflict over scarce resources between the younger and the older generations. This alleged ‘war of generations’ caught the attention and imagination of media and policymakers, particularly in the context of unprecedented wealth to be inherited from current pensioner generations coexisting with widespread child poverty, namely of those living with a lone parent or with many siblings.

In contrast to this common, but misleading public perception, this joint session will emphasise commonalities between children and older adults – and explore new ways of intergenerational interaction. Population ageing results in the emergence of a completely new quality of relationships between the younger and the older generations: Increasing longevity enables older people to spend much more time with their grandchildren in good health and to engage with them in new ways (e.g. new forms of leisure activities, jointly spent vacations) – a change from daily routines many children appreciate. Decreasing fertility makes (grand)children more precious – four, or in the new reality of patchwork-families, even more grandparents competing for the attention of a grandchild is becoming more common. On the other hand, the parent generation relies increasingly on grandparental childcare support to reconcile family and employment demands. Even traditional grandparent-grandchild interaction may change due to the availability of new means of communication. Furthermore, increasing childlessness or lack of frequent face-to-face interaction between grandparents and grandchildren due to long geographical distances may result in the development of new relationships between older adults and children outside the family. A growing number of NGO projects are trying to match older people with children coming from a lone parent household or children with an isolated older adult.

Papers addressing these or any related themes are invited. Presenters should aim to consider both the child’s and the older person’s perspective, or at least make an effort to accommodate the other side’s views, and/or discuss their reflection in policymaking or public debate. Abstracts with a maximum of 250 words concerning these or related themes are invited to be sent by email to:

Doris Bühler-Niederberger buehler@uni-wuppertal.de AND

Andreas Hoff andreas.hoff@ageing.ox.ac.uk

Abstracts MUST include:

• Name(s) and affiliation(s) of the author(s)

• Contact details of presenting author (postal address, telephone, fax + email)

• Title of the proposed presentation

Please send in the Paper until 30th of November.

6. November 2007

Rundbrief 3/07

von Lars Alberth

Sektion „Soziologie der Kindheit“
in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

 

Sprecherkreis:

Prof. Dr. Doris Bühler-Niederberger
(apl.) Prof. Dr. Andreas Lange
Dr. Johanna Mierendorff

Anschrift:

Doris Bühler-Niederberger
Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20

D-42097 Wuppertal
Telefon 0202/439 -2283 und -3296
Telefax (privat) 0211/4982754
e-mail:
buehler@uni-wuppertal.de

Wuppertal, München, Halle, 06.11.2007

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit diesem Rundbrief blicken wir auf eine gelungene und lebendige Jahrestagung am Deutschen Jugendinstitut in München zurück und gleichzeitig auf eine interessante Tagungsplanung für die Jahre 2008 und 2009. Mit über 60 TeilnehmerInnen aus Deutschland, Österreich und Großbritannien hat sich die Sektion dem aktuellen Thema „Staat, Experten, Privatheit – Kindheit zwischen Fürsorge und Zugriff“ gewidmet und dies in zum Teil sehr kontroversen Diskussionen beleuchtet. Einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie im Anschluss (Abschnitt 2.). Aus dem großen Interesse an den sich zur Zeit vollziehenden, durchaus widersprüchlich wahrgenommenen und interpretierten Veränderungen des Musters moderner Kindheit sind in der Mitgliederversammlung, die durch die Feier des 70sten Geburtstages von Helga Zeiher und eine ergreifende Laudatio von Heinz Hengst einen besonderen Höhepunkt gefunden hat, interessante Themen für den nächsten Soziologiekongress in Jena / Herbst 2008, für die nächste Jahrestagung (November 2008) sowie für einen internationale Jahrestagung am Europäischen Zentrum in Wien im Jahr 2009 hervorgegangen. Ausführlichere Hinweise auf die geplanten Tagungen finden Sie ebenfalls untenstehend (Abschnitt 1.).


Als weiteres enthält der Rundbrief auch die Vorschläge für die Sektionssprecherwahlen für die Amtsperiode 2008/2009 (Abschnitt 3.). Bitte beachten Sie, dass bis zum 23. November weitere KandidatInnen vorgeschlagen werden können – Vorschläge sollten an Doris Bühler-Niederberger gesandt werden. Das zurzeit amtierende Sprecherteam stellt sich erneut zur Wahl – darüber hinaus wurde auf der Mitgliederversammlung beschlossen, dass der Vorstand um einen erweiterten Ratskreis ergänzt werden sollte. Auch hier finden Sie Vorschläge für KanditatInnen, die ergänzt werden können. Um die Wahlen in Zukunft einheitlich zu gestalten und die Übergabe der Sprecheraufgaben zu erleichtern, haben wir entsprechend eines Beschlusses auf der Mitgliederversammlung einen Entwurf für eine Satzung der Sektion Soziologie der Kindheit angefügt (Abschnitt 4.) – Veränderungsvorschläge, Kommentare etc. sind bitte ebenfalls bis zum 23. November an Johanna Mierendorff (johanna.mierendorff@paedagogik.uni-halle) zu senden. Die Satzung wird dann auf der Mitgliederversammlung 2008 verabschiedet.

Darüber hinaus finden Sie in diesem Rundbrief wie immer Hinweise auf aktuelle Tagungen. Ebenfalls finden sie Hinweise auf zwei interessante Publikationen, die Andreas Lange für Sie zusammengefasst hat. Wie immer möchten wir Sie am Ende dieses Rundbriefes herzlich dazu einladen, die Homepage der Sektion Soziologe der Kindheit zu besuchen (www.kindheitssoziologie.de) – Lars Alberth hat unsere Seiten komplett neu gestaltet und als BLOG umgebaut – herzlichen Dank!

Doris Bühler-Niederberger, Andreas Lange und Johanna Mierendorff


1. Tagungsplanung der Sektion 2008/2009

Wer an der Mitarbeit Interesse hat, ist herzlich gebeten, sich beim Sprecherkreis zu melden.

2. Tagungsbericht über Jahrestagung 2007

Staat, Experten, Privatheit – Kindheit zwischen Fürsorge und Zugriff

Jahrestagung der Sektion Soziologie der Kindheit in der DGS 5. / 6. Oktober 2007 in München / Deutsches Jugendinstitut

Debatten um soziale Problemlagen konzentrieren sich seit geraumer Zeit verstärkt auf Kinder. Neue Armut, Arbeitsmarktentwicklungen und deren Folgen, neue Formen privaten Lebens, Wandel der Geschlechterrollen, Migration und kulturelle Vielfalt – das Alles wird in seinen Auswirkungen auf Kinder und Kindheit diskutiert, bekommt damit eine besondere Dramatik und verlangt Reaktionen. Für Kinder sollen gesellschaftliche Chancen maximiert werden (durch Angebote des Staates wie auch durch eine möglichst frühe Förderung der Kinder, zu der die Familien mit wachsender Dringlichkeit aufgerufen werden) – gelegentlich handelt es sich auch darum, solche überhaupt zu eröffnen. Ebenso sollen aber auch von der Gesellschaft Gefahren und Folgekosten abgewendet werden. Schon wiederholt hat sich gezeigt, dass Diskussionen, Vorschläge und auch bereits getroffene Lösungen schnell bei alten Denk- und Handlungsmustern der Fürsorge für Kinder Anleihen machen. Die zentrale Vorstellung des gefährdeten Kindes, das immer auch schon als potentiell gefährliches Kind erscheint; die vorrangige Konzentration auf Kinder armer Leute und von Außenseitergruppen; das Kind als Objekt der Sorge, statt als Person mit eigenen Bedürfnissen, sowie der Rekurs auf das Allheilmittel „Werteerziehung“ – das sind nur einige der Fallgruben, die die sozialpolitischen Interventionen rund um Kinder bereithalten. Dazu kommt ein Mangel an Informationen, welche denn Entscheidungen anleiten könnten resp. eine gelegentliche Ignoranz vorliegender Befunde oder sogar ein ausgesprochenes Auseinanderklaffen von öffentlichen Debatten und wissenschaftlichen Sichtweisen und Ergebnissen.

 

Vor diesem Hintergrund drängte sich das Thema für die Jahrestagung recht eigentlich durch seine Brisanz und Aktualität auf. Knapp 60 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern und aus Universitäten, Forschungsinstituten und Behörden belegten ein großes vorhandenes Interesse auch über den Kreis der Sektionsmitglieder hinaus. Angeregte und zum Teil auch kontroverse Diskussionen während der ganzen Tagung bestätigten die Brisanz, die dem Thema zukommt. In den Eröffnungsworten von Johanna Mierendorff wurde bereits der problematische Zusammenhang von Kindheit und wohlfahrtsstaatlichen Maßnahmen erkennbar: Ist moderne Kindheit zwar geradezu eine wohlfahrtsstaatliche Konstruktion, so sind Kinder jedoch als Gruppe nicht anspruchsberechtigt, was solche Leistungen betrifft, und selbst die Wohlfahrtsstaatforschung hat Kinder lange Zeit kaum berücksichtigt. Das ist durchaus keine einfache Ausgangslage für die vermehrte Zuwendung zu einem wohlfahrtsstaatlichen Konzept der „Investition“, der gezielten und frühen Förderung von Humankapital, wie sie sowohl argumentativ angekündigt, als auch zum Teil nun auch tatsächlich vorgenommen wird. Dass den Kindern dabei nicht unbedingt Chancen angeboten werden, ihre besonderen Anliegen umzusetzen und ihre jeweiligen Bedingungen entsprechend zu verbessern, steht zu befürchten, weil sie in einer stark moralisch besetzten Annäherung und einem entsprechenden Maßnahmenrepertoire „Objekte der Besorgnis“ bleiben, anstatt als Personen mit individuellen Bedürfnissen und je besonderen Situationen Gehör zu finden. Letzteres ging aus dem Referat von Doris Bühler-Niederberger hervor, das sich zum Ziel setzte, auf der Basis eigener Studien zu politischen und professionellen Verhandlungen und Entwicklungen einige der Problematiken der organisierten und professionalisierten öffentlichen Sorge um Kinder herauszuarbeiten. Zwei Eigenarten seien es, die die organisierte Sorge für Kinder vor allem auszeichneten: (1) Ein „separierender Blick“ als typische Annäherung von Experten an Kindheit; dieser insistiere auf der Differenz, ja fundamentalen Andersartigkeit des Kindes, die damit in ihrer heutigen Geltung auch erst etabliert worden sei und stets aufs Neue unterstrichen werde und die den Expertenanspruch legitimiere; (2) eine Überhöhung eines höchst abstrakten und generalisierten Kindes zur moralischen Instanz und eine Instrumentalisierung der daraus resultierenden „Macht der Unschuld“ zur Realisierung politischer Anliegen, die oftmals wenig genug an Kindern orientiert sei. In der Konsequenz seien institutionelle Lösungen und Interventionen unwahrscheinlich, die die besonderen und höchst ungleichen Situationen und individuellen Bedürfnisse der Kinder in Rechnung stellen könnten: Die Besonderheit der generationalen Kategorie als einer Kategorie von „Anderen“ stehe der Berücksichtigung von Unterschieden innerhalb der Kategorie und der individuellen Artikulation entsprechender Bedürfnisse entgegen. Als Koreferentin hielt Ilona Ostner dieser Argumentation entgegen, dass die Berücksichtigung von (kategorialer) Differenz (wie etwa Altersgrenzen in rechtlichen Bestimmungen) auch Schutz im Interesse gleicher Freiheit bedeuten könne, dass dagegen das Zugestehen einer „abstrakten Gleichheit“ neue Pflichten und dabei Zumutungen bedeuten könne. Zumutungen an Kinder durch Scheidungen oder Anforderungen elterlicher Erwerbsarbeit würden durch neue Forschung geringer veranschlagt, blieben aber Zumutungen und die den Kindern zugebilligte Widerstandsfähigkeit und Kompetenz in ihrer Bewältigung seien letztlich Annahmen oder Unterstellungen von optionsoptimierenden Erwachsenen.

 

Jo Moran Ellis (GB) analysierte, wie die kindliche Verletzbarkeit in den letzten Dekaden in Großbritannien in den Gesetzen und Gesetzesänderungen behandelt worden war. Unmittelbarer Anlass für die Aktivitäten des Gesetzgebers waren dabei zu verschiedenen Zeitpunkten Einzelfälle mit hoher massenmedialer Beachtung gewesen. Der Definition kindlicher Verletzbarkeit und dem zum Teil sehr weitgehenden gesetzlichen Schutz (etwa im Falle der neuen Ethikrichtlinien, die für die Erforschung von Kindern gelten), stehen Deutungen gegenüber, die Kinder im Falle ihres Missbrauchs produzieren. Sie führen dann Missbrauch nicht auf eine allzu hohe Verletzbarkeit oder einen Mangel an Schutz zurück, sondern auf einen Mangel an Rechten, auf ihre untergeordnete Position. In seinem Koreferat arbeitete Heinz Sünker noch stärker aus, was das Referat von Jo Moran Ellis vor allem in den Ausführungen zu den NEETS als neuer Problemgruppe („Not currently engaged in Employment, Education or Training“) hatte erkennen lassen: das Interesse an leistungsfähigen Arbeitskräften, das letztlich bestimmt, wie der Staat das Verhältnis zwischen Sorge und Kontrolle jeweils adjustiert. Andreas Lange stellte in seinem Referat Möglichkeiten und Relevanz von Diskursanalysen vor, die um semiotisch-medienwissenschaftliche Anteile ergänzt werden sollten und die damit geeignet wären, der zunehmenden Textvermitteltheit des sozialen Lebens Rechnung zu tragen und den besonderen und emotionalisierten Charakter der Verhandlungen über Kinder zu erfassen. Johanna Mierendorff mahnte in ihrem Koreferat an, dass zum jetzigen Zeitpunkt auch reale Gefährdungslagen und konkrete Praktiken und deren Effekte untersucht werden sollten.

 

Damit war der erste Tagungsblock, der sich grundsätzlich mit Kinderwohlfahrtsstaatspolitiken, ihren Prämissen, Strategien und Begründungen beschäftigte, abgeschlossen und eine Basis geschaffen für die Präsentation und Diskussion von Beiträgen, die sich empirisch mit Gruppen beschäftigten, die im Brennpunkt des Interesses von wohlfahrtsstaatlichen und Experteninterventionen stehen. Katharina Kluczniok, Monja Schmitt Jutta von Maurice und Susanne Kuger stellten die Frage: „Sind arme Eltern schlechte Eltern?“ Sie taten dies auf der Basis von Daten einer groß angelegten Längsschnittstudie (BIKS) zu Bildungskarrieren und Kompetenzerwerb. Demnach ist ein Einkommenseffekt auf den häuslichen Anregungsgehalt zwar zu konstatieren und auch durch das Bildungsniveau der Eltern nicht völlig zu kompensieren; betrachtet man den Zusammenhang differenziert, so ist er aber nicht durchgängig und betrifft nicht alle Dimensionen häuslichen Anregungsgehalts. Margerita Zander setzte sich mit verschiedenen Ansätzen der Armutsforschung auseinander und ging dabei der Frage nach, wieweit sich diese mit der Akteursorientierung der Kindheitssoziologie vereinbaren lassen. Zentral ist sicher der Befund der Armutsforschung, dass Mangellagen der Kinder zwar in einkommensarmen Familien häufig vorkommen, aber nicht an Einkommensarmut gebunden sind. Über die zahlenmäßig große Gruppe von Kindern mit Migrationshintergrund und deren Belastungen informierte Susanne Clauß und zeigte, dass damit häufiger geringe Bildungsabschlüsse der Eltern einhergehen und dass beide Eltern häufiger von Nichterwerbstätigkeit betroffen sind. Von der frühen Förderung in Kindergarten oder Einrichtungen der Früherziehung versprechen sich Politiker und Experten gerade bei problematischen familiären Konstellationen positive Effekte auf die Bildungskarriere. Allerdings gibt es Hinweise, dass bildungsferne Familien und Familien mit Migrationshintergrund sich häufiger gegen den Kindergartenbesuch entscheiden als bildungsnahe Familien. Dazu referierten Katrin Hüsken und Karin Wolf. Sie bestätigten diesen Befund im Wesentlichen, machten aber auch auf eine prinzipielle Varietät von ablehnenden Haltungen aufmerksam, die von finanziellen Überlegungen bis zu einer pointiert pädagogisch-familienzentrierten Orientierung reichen können. Renate Kränzl-Nagl arbeitete in ihrem Kommentar zum zweiten Block heraus, dass alle diese Annäherungen – zumindest implizit – die Kindheit zur zentralen Phase der Generierung von Humankapital erklären. Diese Annahme ist nicht unbestritten, einerseits, weil auch in späteren Lebensphasen gelernt wird und Weichen gestellt werden, andererseits, weil damit die Kindheit als Lebensphase mit eigenem Recht, als Gegenwart zuwenig beachtet wird. Positiv hob sie die Methodenvarietät und die Interdisziplinarität der Forschungsansätze hervor. Bezog sich dieser Kommentar zwar lediglich auf die ersten beiden Vorträge dieses Blocks, so traf er aber auch für die Beiträge in diesem Teil überhaupt zu.

Die Aufmerksamkeit des dritten Tagungsblocks galt den staatlichen und professionellen Konzepten und Interessen in der Annäherung an Kindheit. Nicole Klinkhammer analysierte – vorerst vor allem auf konzeptueller Ebene – die Betreuungspolitik des „Sozialinvestitionsstaates“. Sie sprach mit diesem Begriff einen teils propagierten, teils realen Wandel der Sozialpolitik an, der Kindern (scheinbar) vermehrte Bedeutung zuschreibt, faktisch aber nicht primär auf kindliches Wohlbefinden zielt, sondern auf soziale Inklusion durch verbesserte Beschäftigungschancen und der auch – was etwa die real zur Verfügung gestellten Einrichtungen der Früherziehung betrifft – noch weit vom angestrebten Ausbaustand entfernt ist. Hans Rudolf Leu hielt den Konzepten des Lernens in der frühen Kindheit, wie sie die Kindertageseinrichtungen implizieren, einige entwicklungspsychologische Einsichten entgegen, die einer „Effektivierung“ der (institutionellen) Gestaltung dieser Lebensphase und damit auch einer Instrumentalisierung der frühen Kindheit Grenzen setzten. Anja Tervooren zeigte am Beispiel der Einschulungsuntersuchungen, die die Schulfähigkeit resp. Schulbereitschaft zu ermitteln haben, wie sich Kinderärzte der Frage kindlicher Lernbereitschaft und Lernfähigkeit nähern. Sie verfolgte die These, dass – betrachte man die Veränderungen professionellen Vorgehens seit den 1950er Jahren – die Kinder nun vermehrt als Subjekte ihres eigenen Bildungsprozesses begriffen würden. Man muss allerdings sagen, dass dieses Verständnis sich dennoch in engen Grenzen bewegt, denn Fragen nach Motivation und Perspektive des Kindes sind kein wesentlicher Bestandteil der bei diesen Untersuchungen eingesetzten Testbatterien, wie die Diskussionsteilnehmer kritisch konstatierten.

In einem abschließenden Block wurden nun die aktuellen Entwicklungen und Problemkonstellationen eingehender vor historischem Hintergrund betrachtet. Sabine Toppe zeigte in ihrer Analyse von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen um 1900, wie sich hier fürsorgliche Schutzmaßnahmen durchaus mit dem Interesse an einsatzfähigen und disziplinierten Subjekten – Müttern sowie Kindern als zukünftigen Arbeitnehmern – verbanden. Eingriffe in die Lebenswelten der Zielgruppen und die Distanz zu diesen Lebenswelten wurden dagegen nicht als schwerwiegendes Problem wahrgenommen. Die Mischung aus Interessen, wie sie für die sozialhygienischen Maßnahmen jener Zeit typisch war und in Zeitdokumenten auch gerade als Argument für die Qualität der Maßnahmen angeführt wurde, ist auch ist auch in aktuellen sozialpolitischen Lösungen noch zu konstatieren. Harry Hendrick (GB) stellte verschiedene Etappen der Gestaltung von Sozialpolitik in Großbritannien seit dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart dar. Auch wenn sich die sozialpolitischen Interventionen von New Labour von den Vorgängermodellen in gewisser Hinsicht unterscheiden – etwa durch die Vernetzung von Diensten und Experten und das Zusammenschließen von Informationen oder durch ein stärkeres Abstellen auf den privaten Sektor –, so ist das Sozialinvestitionskonzept nicht neu und ebenso wenig ist damit das disziplinarische Maßnahmenrepertoire resp. das entsprechende Interesse von Staat und Öffentlichkeit verschwunden. Im Gegenteil: Die beiden Interessen und Interventionsstrategien – Sozialinvestition und d.h. Mehrung von Humankapital und Sozialdisziplinierung – steigern sich wechselseitig, nehmen im Moment beide zu und das ist historisch betrachtet auch nichts Neues, gesteigerte Ansprüche an die Qualität des Nachwuchses hinsichtlich Bildung, Selbstkontrolle, gesellschaftliche Nützlichkeit und gesteigerte Bemühungen, dies zu produzieren, gingen auch in früheren Phasen mit vermehrten disziplinierenden Interventionen einher. Damit griff dieses Referat auch noch einmal auf, was bereits in den Eröffnungsworten von Johanna Mierendorff angesprochen worden war, dass das Konzept der „Aktivierung zur Selbstverantwortung“ durchaus mit einem paradoxen Zuwachs an Kontrolle verbunden sein kann.

In einem Abschlusskommentar zur Tagung setzte Doris Bühler-Niederberger bei dieser Steigerung sowohl von Bemühungen zur Mehrung von Humankapital wie auch zur Sozialdisziplinierung an und fragte nach den Auswirkungen auf Familie und Kindheit. Zunächst ist zum Verhältnis von Familien, Staat und Experten zu sagen, dass es sich hier keineswegs um eine Frontstellung gegen Familien generell handelt. Denn auch innerhalb der Familien, vor allem der Familien der Mittelschicht, wächst der Druck auf die Produktion eines disziplinierten, effizienten Nachwuchses. Um die Ambitionen der Statusplatzierung des Nachwuchses einzulösen, verstärken die Familien eindeutig ihre Bemühungen (vgl. etwa die Diskussionen um „intensive mothering“, den Trend zu privaten Schulen, zu restriktiverer Erziehung etc.); so kann es sich hier sehr wohl um koordinierte Bemühungen von Familien und staatlichen resp. professionellen Akteuren handeln. Wie wirkt sich dies auf Kindheit aus? Zunächst ist zu sagen, dass hier gesicherte Ergebnisse fehlen, vielmehr zahlreiche Forschungslücken bestehen. Folgendes ist zu vermuten und gälte es in geeigneter Weise in Untersuchungsfragen zu übersetzen: (1) Der Druck auf Kindheit und auf Kinder verstärkt sich; die Gruppe, die den Anforderungen nicht genügen kann, wächst. (2) Investitionen und Exklusionsprozesse können sich damit auch gegenseitig verstärken (vgl. etwa auch die Gruppen, die nicht an Frühförderung teilnehmen, aus finanziellen oder anderen Gründen). (3) Ein verstärkter Diskurs um das Bewahren von Kindheit und Schutz ist zu erwarten (auch aus sozialdisziplinierendem Interesse) und dürfte zu moralischen Exklusionen führen (vgl. etwa das Programm des Familienministeriums „Kinder brauchen Werte“). Solche problematischen Effekte sind vor allem auch deshalb zu erwarten, weil es deutliche Hinweise gibt, dass sich trotz aller Veränderungen mindestens vier Dinge nicht oder kaum ändern: (1) Die Strukturen des Bildungssystems, vor allem die frühe Selektion, bleiben unangetastet. (2) Professionelle Terrains bleiben im Wesentlichen erhalten, und Experteneinflüsse werden auch eher selten thematisiert; die Tagungsbeiträge machen hiervon keine Ausnahme. (3) Das Bemühen, die finanziellen Ausgaben in überschaubarem Rahmen zu halten, begleitet die staatlichen Interventionen in die Kindheit von allem Anfang an und bis heute. (4) Kinder bleiben Objekte der Besorgnis und die Möglichkeiten ihrer Mitwirkung bei der Gestaltung ihrer individuellen Situationen bleiben eng begrenzt.

Es bleibt uns noch, unseren Dank auszusprechen: An alle Teilnehmer für ihre engagierte Mitarbeit; an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie, die die Tagung finanziell unterstützte; an das DJI, das uns nebst einer finanziellen Zuwendung auch seine Gastfreundschaft, sowie organisatorische und technische Unterstützung zukommen ließ – dies Alles hat die konzentrierte Arbeit in angenehmer Atmosphäre ermöglicht!

1.11.07 Doris Bühler-Niederberger

3. Wahl des Sprecherkreises und Erweiterten Rates 2008-2009.

Wie auf der Mitgliederversammlung im Oktober 2007 verabschiedet, werden die Sprecherwahlen für die Amtsperiode 1.1.2008 – 31.12.2009 im Dezember 2007 durchgeführt.

Für den Sprecherkreis kandidieren.

Prof. Dr. Doris Bühler-Niederberger (Universität Wuppertal)

Prof. Dr. Andreas Lange (Deutsches Jugendinstitut München / Universität Konstanz)

Dr. Johanna Mierendorff (Martin-Luther-Universität Halle)

Für den erweiterten Sprecherrat kandidieren.

Prof. Dr. Beatrice Hungerland (FH Magdeburg-Stendal)

MA Soz. Nicole Klinkhammer (DJI München)

Dr. Renate Kränzl-Nagl (Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, Wien)

Bis zum 23. November können weitere Vorschläge für den Sprecherkreis sowie für den erweiterten Rat an buehler@uni-wuppertal.de gesendet werden.

Die Wahlen werden an einem unabhängigen Ort, an der Universität Frankfurt von Frau Prof. Dr. Helga Kelle durchgeführt.

4. Entwurf einer Satzung

Veränderungsvorschläge, Kommentare etc. sind bitte bis zum 23. November an Johanna Mierendorff (johanna.mierendorff@paedagogik.uni-halle) zu senden. Die Satzung wird auf der Mitgliederversammlung 2008 verabschiedet.

Satzung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

§ 1 Zielsetzung

Die Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ist eine Vereinigung, die den Zweck hat, die soziologische Kindheitsforschung zu fördern und zu verbreiten, wissenschaftliche Kontaktpflege auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern und NachwuchswissenschaftlerInnen ein Forum für die Auseinandersetzung mit ihren Forschungsvorhaben zu bieten.

§ 2 Leitung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Die Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie wird vom Sprecherkreis und dem für die wissenschaftlichen Belange zuständigen Sektionsrat geführt. Der Sprecherkreis besteht aus der/dem 1., 2. und / oder 3. SprecherIn. Alle SprecherInnen sind unterschriftsberechtigt. Die/der 1. Sprecherin führt die Geschäfte der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Abstimmung mit der/dem 2. und 3. SprecherIn.

§ 3 Sitz der Sektion

Die Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hat ihren Sitz am Arbeitsort der 1. Sprecherin/des1.Sprechers.

§ 4 Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 5 Mitgliedschaft

Voraussetzung für den Erwerb der Mitgliedschaft ist ein an die/der SprecherIn zu richtender Aufnahmeantrag, in dem sich die/der AntragstellerIn verpflichtet, den festgesetzten Jahresbeitrag zu zahlen.

§ 6 Mitgliederversammlung

Eine ordentliche Mitgliederversammlung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie findet einmal jährlich statt. Zu ihr wird in schriftlicher Form, wozu auch der Sektionsrundbrief zählt, eingeladen. Die Mitgliederversammlung hat insbesondere über folgende Punkte zu beschließen:

  1. Die Wahl und Einberufung der 1., 2. und 3. SprecherIn
  2. Wahl der RätInnen
  3. Verwendung des Sektionsvermögens
  4. Satzungsänderung
  5. Die Auflösung der Sektion

Bei der Beschlussfassung in den Mitgliederversammlungen entscheidet die Mehrheit der erschienenen Mitglieder. Ausgenommen von dieser Regel sind die Satzungsänderung und die Auflösung der Sektion.

§ 7 Wahlverfahren

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Die SprecherInnen und der Sektionsrat werden für die Dauer von zwei Jahren von der ordentlichen Mitgliederversammlung bzw. per Briefwahl gewählt. Die SprecherInnen bleiben jedoch so lange im Amt bis neue SprecherInnen gewählt wurden. Tritt die/der erste SprecherIn zurück, übernimmt die/der zweite SprecherIn das Amt. Der Sektionsrat kann eine(n) neue(n) zweite(n) SprecherIn bestimmen, wenn diese(r) das Amt der/des ersten Sprechers/Sprecherin übernommen hat oder selbst zurückgetreten ist. Die Neubesetzungen müssen auf der nächsten Mitgliederversammlung durch die Mehrheit der anwesenden Mitglieder bestätigt werden und gelten längstens bis zum Ablauf der Wahlperiode.

Die Wiederwahl für SprecherInnen ist für bis zu drei Amtsperioden zulässig. Gewählt werden können Mitglieder der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

Die Wahl der SprecherInnen und der RätInnen hat schriftlich und geheim zu erfolgen. Die Anzahl der Ratsmitglieder wird zu Beginn der Wahlen festgelegt. Die Wahl der RätInnen erfolgt in einem Wahlgang. Unter den zur Wahl stehenden Sektionsmitgliedern werden entsprechend der festgelegten Zahl diejenigen in den Rat gewählt, die die meisten Stimmen auf sich vereinen können. Jedes Sektionsmitglied hat bei der Wahl des Rates so viele Stimmen, wie Mitglieder in den Rat gewählt werden. Die Abgabe einer geringeren Anzahl von Stimmen ist zulässig. Stimmenkumulation ist nicht möglich.

Die Wahlleitung übernehmen zwei von der Mitgliederversammlung benannte Mitglieder, die weder der Geschäftsleitung oder dem Rat angehören, noch sich selbst zur Wahl stellen.

Ort, Datum

5. Hinweise - Informationen


5.1 Bericht über eine Tagung und Hinweis auf Downloads

International Workshop - Children’s Experiences with Poverty and Social Exclusion - Challenges for Research and Practice

Am 28 und 29 Juni 2007 fand am Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung in Wien ein internationaler Workshop zum Thema „Erfahrungen von Kindern mit Armut und sozialen Ausschluss – Herausforderungen für Forschung und Politik“ statt, an dem Experten aus 16 Ländern, einschließlich internationaler Organisationen (UNICEF, UNIFEM, Council of Europe, OECD) teilnahmen. Ziel dieser Veranstaltung war es, Forschungsergebnisse zur „Kinderarmut aus Kindersicht“ auszutauschen und im Hinblick auf politische Maßnahmen zu diskutieren.

Der Tagungsbericht, die Präsentationen sowie weitere Informationen zu diesem Workshop finden sich unter: http://www.euro.centre.org/detail.php?xml_id=914

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Renate Kränzl-Nagl, Email: kraenzl-nagl@euro.centre.org

5.2 Tagungshinweise

Soziale Beziehungen in der Forschung zu sozialen Problemen und sozialer Kontrolle – methodologische Perspektiven. Tagung der Sektion „Soziale Probleme und soziale Kontrolle“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie am 1. - 2. Februar 2008 in Halle/Saale. Näheres über http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=791#aktuell

Child and Teen Consumption 2008. 3rd international conference on multidisciplinary perspectives on child and teen consumption. 24-25 April 2008 in Trondheim, Norway Näheres unter http://www.svt.ntnu.no/noseb/Consuming/ctc2008.htm

WP24C Conference Work-Life-Balance in Europe – Possibilities and Constraints.
04.-05.02.2008, Plovdiv, Bulgarien.
Informationen unter http://www.cinefogo.org/workpackages/wp-24c/conference-work-life-balance-in-europe

Childhood in scientific and public debates. Exploring the relationship between actorship and social problems. Veranstaltung des Research Committee on Sociology of Childhood RC53 im Rahmen der First ISA Forum of Sociology “Sociological Research and Public Debate” in Barcelona/ Spain, 5 – 8 September 2008

5.3 Literaturberichte

A Ausgewählte Ergebnisse der World Vision Studie

Anbei ein kurzer „Appetizer“ zur in den Medien mehrfach genannten World Vision Studie: Schneekloth, Ulrich/ Ingo Leven (2007). Familie als Zentrum: nicht für alle gleich verlässlich In. Klaus Hurrelmann/Sabine Andresen (Hrsg.). Kinder in Deutschland 2007. 1. World Vision Kinderstudie. Frankfurt am Main, Fischer: 65-109.

Steckbrief der Studie

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1695 Kindern der Altersgruppe von acht bis elf Jahren. Auch die Eltern wurden interviewt. Die Befragung der Kinder erfolgte computergestützt, d.h. die Antworten werden direkt in den Laptop eingegeben. Die Eltern füllten währenddessen einen schriftlichen Fragebogen aus. Bei der Entwicklung des Fragebogens griff man auf Fragen aus dem DJI-Kinderpanel, dem LBS-Kinderbarometer und der Dresdner Kinderstudie zurück

Familie als Zentrum: nicht für alle gleich verlässlich

- Konstatiert wird: Die Familie bildet im Leben der Kinder einen elementaren Bezugspunkt. Zentral für das Verständnis von Familie als primäre Sozialisationsinstanz ist, dass Familien über ein besonderes soziales Kapital verfügen, die so genannten strong ties, also die starken, engen und emotional gesteuerten Beziehungen zwischen den Angehörigen. Das Aufwachsen in einer Familie bedeutet für Kinder nicht allein „Wohnen mit Vollpension“, sondern vor allen Dingen Sicherheit und Geborgenheit bzw. Vertrauen und soziale Stabilität. Mit dem Begriff des „doing family“ lässt sich dieser Zusammenhang prägnant auf den Punkt bringen.

- So gut wie alle Kinder in Deutschland wachsen in Familien auf. Heimunterbringungen sind die Ausnahme. Der Anteil der Kinder, die in Heimen oder in sonstigen nicht-familiären Wohnformen (betreute Wohngruppen u. ä leben, liegt in Deutschland bei unter 0,5 % (StatBA 2005). Auch in der vorliegenden Stichprobe finden sich von daher keine Heimkinder.

- Betont wird: Gegenstand der Studie sind Kinder - und in diesem Fall etwas ältere Kinder im Grundschulalter bis hin zum Übergang in die weiterführende Schule (zweite bis sechste Klasse). Die besondere Situation zum Beispiel von Familien mit Kleinkindern wird hierbei nicht berücksichtigt.

Ganz schön bunt und vielfältig: Wie Familie heute aussehen kann

Fast ein Viertel lebt nicht zusammen mit beiden leiblichen Eltern

Typisiert man die Familienformen der von 8-11 bis 11-jährigen Kinder anhand des Familienstandes der Eltern, der Vollständigkeit (leibliche Eltern, Stiefeltern, Alleinerziehende) sowie der Größe (Zahl der Kinder, eine oder mehrere Generationen), so präsentiert sich Familie heute mit unterschiedlichen „Gesichtern“: 38 % der Kinder leben zusammen mit ihren verheirateten Eltern und einem weiteren Geschwisterkind in einer klassischen Kernfamilie. Weitere 13 % leben mit ihren verheirateten Eltern in einer Ein-Kind-Familie und 19 % zusammen mit in der Regel zwei weiteren Geschwistern in einer Drei-(und mehr) Kind-Kernfamilie. In einer sogenannten unvollständigen Familie, also mit einem alleinerziehenden Elternteil, leben 17 % der Kinder der hier befragten Altersgruppe. Weitere 6 % leben zusammen mit einem Stiefelternteil im Haushalt. Rechnet man die Kinder von Alleinerziehenden sowie die Stieffamilien zusammen, so zeigt sich, dass inzwischen rund 23% der Kinder in einer anders kombinierten Familie zusammen mit nur einem leiblichen Elternteil aufwachsen.

Abschied von der traditionellen „Ein-Mann-Verdiener“-Familie

Ein Blick auf die Ergebnisse der Elternbefragung zeigt, dass heute nicht mehr als 42 % der Familien mit Kindern im Alter von 8 bis 11 Jahren nach dem Prinzip organisiert sind, dass dort nur eine Person- in der Regel der Mann- einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Für 25 % der Familien gilt, dass ein Elternteil vollzeit- und das zweite Elternteil teilzeiterwerbstätig ist oder beide Elternteile teilzeiterwerbstätig sind. Ein Modell mit zwei vollzeitbeschäftigten Elternteilen findet sich in 10 % der Familien, und weitere 10 % bestehen aus Alleinerziehenden, die vollzeit- oder teilzeitbeschäftigt sind. In 8 % aller Familien ist mindestens ein Elternteil arbeitslos, und in weiteren 5 % sind beide, bei Alleinerziehenden das entsprechende Elternteil) geringfügig beschäftigt oder nach eigener Auskunft aus sonstigen Gründen nicht erwerbstätig.

Bringt man Familienform und Erwerbsbeteiligung der Eltern zusammen, so zeigt sich, dass auch in der klassischen Zwei-Kind-Familie heutzutage nur noch in 50 % der Fälle die familiäre Arbeitsteilung so geregelt ist, dass nur ein Elternteil als voll- oder teilzeiterwerbstätiger „Allein“-Verdiener fungiert. Für Familien mit nur einem Kind in der hier befragten Altersgruppe von 8 bis 11 Jahren gilt heute, dass in zwei von drei Fällen (61 % ) beide Eltern erwerbstätig sind.

Familienleben und Betreuung

Wo Kinder sich zu Mittag aufhalten

Die zentrale Bedeutung, die die Familie und das Zuhause für Kinder in Deutschland nach wie vor innehat, zeigt sich nach Ansicht der Autoren auch, wenn man die Kinder fragt, wo sie sich in der Regel während der Woche zum Mittagessen aufhalten. 75 % der Kinder geben an, zu Hause und dabei in der Regel bei der Mutter, zu Mittag zu essen. Nicht mehr als 18 % der Kinder essen in einer Mittagsbetreuung, in einem Hort oder sonstigen Betreuungseinrichtung oder in der Schule.

Bewertung der elterlichen Zuwendung

Die Autoren fassen zusammen: „Insgesamt kann festgehalten werden, dass eine regelmäßige Erwerbsbeteiligung der Eltern aus der Sicht der Kinder nicht zu Vernachlässigung führt. Im Gegenteil, die von uns befragten Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren beklagten Defizite, wenn die Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt eher prekär ist oder aber dann, wenn das Elternteil alleinerziehend ist und dieses einer regelmäßigen Voll- oder auch Teilzweiterwerbstätigkeit nachgeht.“ (Schneekloth/Leven 2007: 94).

Gesamtsicht:

„Für einen kleineren Teil der Kinder sind allerdings auch Armut und Vernachlässigung ein Thema. Es ist nicht der Mainstream, sondern es sind die Kinder in prekären Verhältnissen, die Anlass zur Sorge haben müssen. Die Befunde lassen klar zutage treten, dass auch in Deutschland Kinder aus den sogenannten Risikogruppen von fehlender Perspektive und von sozialer Ausgrenzung betroffen sind. …Je nach Definitionskriterium dürften sich daher um die 10% der Kinder in einer akuten Risikolage befinden. Es gilt an dieser Stelle allerdings ein mögliches Missverständnis zu vermeiden. Kinder aus prekären Verhältnissen sind nicht per se verwahrlost. Sie leben vielmehr in einer Risikosituation, und sie bekommen zu wenig Unterstützung. Auch diese Kinder brauchen aber ihre Familie als emotionalen Bezugspunkt, um Vertrauen und Stabilität in ihrem Leben aufbauen und bewahren zu können. Kinder- und Familienpolitik müssen deshalb Hand in Hand gehen.“ (Schneekloth/Leven 2007: 108/109).

31.10.07 – Andreas Lange


B Ausgewählte Ergebnisse einer Mannheimer Studie zu Kindern und Politik

Kinder als Staatsbürger? Eine politikwissenschaftliche Mannheimer Studie befasst sich mit dem allgemeinen und differentiellen Zuschnitt des Wissens von Kindern über Staat, Demokratie und Zusammenleben und belegt u.a. die zentrale Rolle von Milieu und Familienhintergrund

Abendschön, Simone/ Meike Vollmar (2007). Kinder, Politik und die Zukunft der Demokratie: Können Kinder ‘Demokratie leben lernen’? In. Jan van Deth/ Simone Abendschön/ Julia Rathke/Meike Vollmar (Hrsg.) Kinder und Politik. Politische Einstellungen von jungen Kindern im ersten Grundschuljahr.. Wiesbaden, VS: 205-223.

- Die Mannheimer Studie Demokratie leben lernen (DLL) trage dazu bei, eine Forschungslücke bezüglich jüngerer Kinder in Deutschland zu schließen. Dazu wurden fast 800 Sechs- bis Siebenjährige zu verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Themen zu Beginn und am Ende der ersten Klasse interviewt. Das Paneldesign ermöglicht es zum einen die Einflüsse der beiden wichtigsten Sozialisationsinstanzen im jungen Kindesalter, Familie und Schule, von einander zu trennen, und zum anderen auch die politische und soziale Entwicklung in diesem Schuljahr nachzuvollziehen.

- Die beiden Hauptfragen der DLL-Studie sowie des Sammelbandes lauteten: 1) Über welche politischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Orientierungen verfügen Kinder beim Eintritt in die Grundschule, und 2) welche Veränderungen treten im Laufe des ersten Schuljahres bei diesen Einstellungen auf?

- Politische Themen

Insgesamt lasse sich festhalten, dass Kinder in der ersten Grundschulklasse bereits politische Themen und Probleme kennen. Deutliche Unterschiede bestehen aber dennoch hinsichtlich der Bekanntheit einzelner Themen. Offensichtlich verfügen nicht alle Kinder über die gleichen Chancen, politische Themen und Probleme zu kennen. Insbesondere wurden Unterschiede im Hinblick auf die Herkunft, das sozioökonomische Umfeld, in dem die Kinder aufwachsen, sowie ihre Mediennutzung festgestellt. Nach dem ersten Schuljahr ist die Bekanntheit jedes einzelnen politischen Themas gestiegen. Dieser Bekanntheitszugewinn betrifft insbesondere die Themen Arbeitslosigkeit und Migration. Nach Ende der ersten Klasse lassen sich zwei Themengruppen voneinander differenzieren: allgemein bekannte Themen und Probleme wie Kopftuchtragen, Hunger, Krieg, Migration, Diskriminierung und Arbeitslosigkeit und weniger bekannte Themen wie Terroranschläge und Umweltverschmutzung. Diese beiden letztgenannten Themen sind offensichtlich entfernter von der Lebenswelt der Erstklässler als die übrigen Themen und werden daher nur von einem geringeren Anteil der befragten Grundschüler wahrgenommen.

- Besonders Kindern türkischer Herkunft und Kindern aus sozioökonomisch schwächerem Umfeld sind politische Themen und Probleme insgesamt betrachtet, viel weniger bekannt als Kindern anderer Herkunft und aus besser gestellten Wohngebieten.

- Normen und Werte: Was das Niveau der Unterstützung für Wertedimensionen anbelangt, zeigt sich erstens eine sehr hohe Unterstützung für soziale Regeln und Normen, die das Zusammenleben in der Gemeinschaft erleichtern sowie für klassische Bürgertugenden wie Hilfsbereitschaft, Arbeit und Gesetzestreue. Zweitens lässt sich für den Beginn des ersten Schuljahres festhalten, dass die Kinder im Vergleich dazu wesentlich seltener egoistische Bürgereigenschaften ablehnen sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter stärker unterstützen. Bezüglich der Entwicklung während des ersten Schuljahres kann insgesamt eine positive Entwicklung der Unterstützung der einzelnen Wert- und Normorientierungen verzeichnet werden. Insbesondere in Bezug auf die Unterstützung für Gleichberechtigung, lässt sich ein substanzieller Anstieg beobachten. Ebenso nimmt die Ablehnung der eher undemokratischen Bürgereigenschaften der zweiten Bürgerdimension stark zu.

- Resümee: Die DLL-Studie zeige einerseits, dass Kinder das Zeug zum jungen Staatsbürger haben, wegen ihres politischen Vorverständnisses, ihres Interesses und ihrer Begeisterungsfähigkeit. Aber die Studie zeigt auch, dass schon im Kindesalter Wissen, Themenkompetenz und Wertorientierung unterschiedlich verteilt sind, damit auch die Potenziale zu partizipieren. Das wiederum sollte dazu anregen, darüber nachzudenken, wie sich die beobachtete Benachteiligung bestimmter sozialer Gruppierungen überwinden lässt. Dazu gehört dann auch, schulische und sonstige politische Bildungsangebote auch auf die benachteiligten Gruppen von Kindern zuzuschneiden.

31. 10. 07 Andreas Lange

5.4. Mitteilungen aus der Sektion

Derzeit umfasst die Sektion 124 Mitglieder und ist somit im Vergleich zur letzten Sektionssitzung im Oktober 2006 um 2 Personen angewachsen. Allerdings dürften hier tatsächlich noch einige Karteileichen darunter zu finden sein. Ein PDF mit den Namen der Mitglieder steht im Blog zum Download und ggf. zur Kontrolle zur Verfügung.

Entwurf der Satzung der Sektion

von Lars Alberth

Satzung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

 

 

§ 1  Zielsetzung

Die Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ist eine Vereinigung, die den Zweck hat, die soziologische Kindheitsforschung zu fördern, wissenschaftliche Kontaktpflege auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern und NachwuchswissenschaftlerInnen ein Forum für die Auseinandersetzung mit ihren Forschungsvorhaben zu bieten.

 

§ 2  Leitung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Die Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie wird vom Sprecherkreis und dem für die wissenschaftlichen Belange zuständigen Sektionsrat geführt. Der Sprecherkreis besteht aus der/dem 1., 2. und / oder 3. SprecherIn. Alle SprecherInnen sind unterschriftsberechtigt. Die/der 1. Sprecherin führt die Geschäfte der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Abstimmung mit der/dem 2. und 3. SprecherIn.

 

§ 3  Sitz der Sektion

Die Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hat ihren Sitz am Arbeitsort der 1. Sprecherin/des1.Sprechers.

 

§ 4  Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

 

§ 5  Mitgliedschaft

Voraussetzung für den Erwerb der Mitgliedschaft ist ein an die/der SprecherIn zu richtender Aufnahmeantrag, in dem sich die/der AntragstellerIn verpflichtet, den festgesetzten Jahresbeitrag zu zahlen.

 

§ 6  Mitgliederversammlung

Eine ordentliche Mitgliederversammlung der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie findet einmal jährlich statt. Zu ihr wird in schriftlicher Form, wozu auch der Sektionsrundbrief zählt, eingeladen. Die Mitgliederversammlung hat insbesondere über folgende Punkte zu beschließen:

  1. Die Wahl und Einberufung der 1., 2. und 3. SprecherIn
  2. Wahl der RätInnen, sofern keine durchgeführt wird
  3. Verwendung des Sektionsvermögens
  4. Satzungsänderung
  5. Die Auflösung der Sektion

Bei der Beschlussfassung in den Mitgliederversammlungen entscheidet die Mehrheit der erschienen Mitglieder. Ausgenommen von dieser Regel sind die Satzungsänderung und die Auflösung der Sektion.

 

§ 7  Wahlverfahren

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Die SprecherInnen und der Sektionsrat werden für die Dauer von zwei Jahren von der ordentlichen Mitgliederversammlung bzw. per Briefwahl gewählt. Die SprecherInnen bleiben jedoch so lange im Amt bis neue SprecherInnen gewählt wurden. Tritt die/der erste SprecherIn zurück, übernimmt die/der zweite SprecherIn das Amt. Der Sektionsrat kann eine(n) neue(n) zweite(n) SprecherIn bestimmen, wenn diese(r) das Amt der/des ersten Sprechers/Sprecherin übernommen hat oder selbst zurückgetreten ist. Die Neubesetzungen müssen auf der nächsten Mitgliederversammlung durch die Mehrheit der anwesenden Mitglieder bestätigt werden und gelten längstens bis zum Ablauf der Wahlperiode.

Die Wiederwahl für SprecherInnen ist für bis zu drei Amtsperioden zulässig. Gewählt werden können Mitglieder der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

Die Wahl der SprecherInnen und der RätInnen hat schriftlich und geheim zu erfolgen. Die Anzahl der Ratsmitglieder wird zu Beginn der Wahlen festgelegt. Die Wahl der RätInnen erfolgt in einem Wahlgang. Unter den zur Wahl stehenden Sektionsmitgliedern werden entsprechend der festgelegten Zahl diejenigen in den Rat gewählt, die die meisten Stimmen auf sich vereinen können. Jedes Sektionsmitglied hat bei der Wahl des Rates so viele Stimmen, wie Mitglieder in den Rat gewählt werden. Die Abgabe einer geringeren Anzahl von Stimmen ist zulässig. Stimmenkumulation ist nicht möglich.

Die Wahlleitung übernehmen zwei von der Mitgliederversammlung benannte Mitglieder, die weder der Geschäftsleitung oder dem Rat angehören, noch sich selbst zur Wahl stellen.

Tagungsankündigung der Sektion “Soziale Probleme und soziale Kontrolle”

von Lars Alberth

Soziale Beziehungen in der Forschung

zu sozialen Problemen und sozialer Kontrolle –

 methodologische Perspektiven

Tagung der Sektion „Soziale Probleme und soziale Kontrolle“

in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie am 1.2. und 2.2.2008 in Halle/Saale

 

Soziale Probleme und soziale Kontrolle entwickeln sich in Prozessen, an denen ver­schiedene soziale Akteure beteiligt sind: Erst soziale Aushandlungsprozesse  und daraus resultierende Definitionen machen aus einem Ereignis ein soziales Probleme und auch soziale Kontrolle resultiert aus entsprechenden Aushandlungen. Besondere Relevanz kommt dabei deutungsmächtigen Akteursgruppen zu, vor allem aus der Politik, der Praxis der Problemintervention und der Wissenschaft. Wenn wir als Forschende diese Phänomene erschließen und analysieren wollen, stellt sich die Frage, welche Position wir selbst in diesen Prozessen einnehmen. Welche Bedeu­tung haben unsere Interventionen in ein Feld für die Konstitution des zu untersu­chenden Gegenstandes? Welche Konsequenzen hat diese Dynamik für den For­schungsprozess und unsere Forschungsergebnisse? In diesem Zusammenhang stellen sich für die Soziologie Sozialer Probleme eine ganze Reihe methodologischer Fragen, die im Rahmen der Tagung er­örtert werden sollen. Von Interesse sind die folgenden Aspekte: 

-         Wie wird die Beteiligung der Forschenden an den Prozessen, in denen soziale Probleme und soziale Kontrolle in der Forschung (re-)konstruiert werden, im Rahmen verschiedener Forschungsansätze und Felder konzeptionell gefasst?

-         Wie entstehen wissenschaftlich interessante und forschungsrelevante The­men? Wie werden sie zum Gegenstand von Forschungen? Welchen Bedin­gungen und Konjunkturen unterliegen solche Entwicklungen?

-         Wie kann die Beteiligung der Forschenden an den Prozessen, in denen sozi­ale Probleme und soziale Kontrolle wirksam werden, methodisch reflektiert und theoretisch angemessen gefasst werden?

-         Welche Erfahrungen liegen mit verschiedenen methodischen Strategien vor, sol­che Prozesse zu erfassen, zu analysieren und in den Erkenntnisprozess zu integrieren? Welche Formen der Selbstreflexion bieten sich an, um die Beteili­gung der Forschenden angemessen analysieren zu können?

 

Die Tagung findet statt am Deutschen Jugendinstitut e.V., Außenstelle Halle, Franckeplatz 1 – Haus 12/13, 06110 Halle, 2. Etage, Raum 208

Leitung: Peter Rieker, DJI, Außenstelle Halle und Mechthild Bereswill, KFN Hannover

 

Programm

 

Freitag, den 1.Februar 2008

 

14:45 – 16:15 Uhr

Reflexivität und Objektkonstruktion in der Sozialforschung

Vera King

16:15  – 16:45 Uhr

Kaffeepause

16:45 – 17:30 Uhr

Der Ethnisierungsdiskurs in der wissenschaftlichen Debatte. Zur Konstruktion eines sozialen Problems

Solvejg Jobst und Jan Skrobanek, Leipzig/Halle

17:30 – 18:15 Uhr

Die Forschungssituation als Aushandlungsprozess

Marga Günther, Frankfurt am Main

19:00 Uhr

Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen

Samstag, den 2.Februar 2008

 

9:00 – 9:45 Uhr

Forschen im Feld der Prostitution

Renate Ruhne, Darmstadt

9:45 – 10:30 Uhr

Gewalt gegen Männer in Partnerschaften – Methodische und theoretische Zugänge

Susanne Vogl, Eichstätt

10:30 – 11:00 Uhr

Kaffeepause und Imbiss

11:00 – 11:45 Uhr

 Problemdefinitionen und Bewältigungsstrategien – Ein Perspektivenvergleich am Beispiel von Schrumpfung in Kommunen

Walter Bartl, Halle

11:45 bis 12:30 Uhr

 Forschung-Praxis-Kooperation. Erfahrungen und Perspektiven

Kurt Möller, Esslingen

12:30 bis 13:00 Uhr

Abschlussrunde

 

 

Anmeldungen zur Teilnahme an der Tagung werden erbeten an:

Renate Schulze, Deutsches Jugendinstitut e.V., Franckeplatz 1 – Haus 12/13,
06110 Halle, Tel.: +49(0)345-681 78 42, E-Mail: schulze@dji.de - bei Anmeldung bitte auch angeben, ob am 1. Februar  die Teilnahme am gemeinsamen Abendessen in einer Gaststätte gewünscht wird. Bei Frau Schulze sind auch Informationen zu Unterkünften in Halle erhältlich.